Tipps vom Steuerexperten Dr. Bernhard Koller

1. Absetzbarkeit von Spenden ab Jänner 2017

 

FRAGE: Ich habe, wie jedes Jahr ein Spende getätigt. Nun habe ich gehört, dass es bei der Absetzbarkeit der Spenden Änderungen geben soll?

 

ANTWORT:

Eines vorweg: An der Absetzbarkeit der Spenden gibt es bis zum Veranlagungsjahr 2016 keine Änderungen zur gültigen Praxis. Ab dem Jahr 2017 – deren Veranlagung Sie erst im Jahr 2018 durchführen können – kommt es zu Änderungen.

Sonderausgaben werden bisher ausschließlich auf Grundlage der Eintragung in der Steuererklärung berücksichtigt. Für bestimmte Sonderausgaben, nämlich Spenden, aber auch Kirchenbeiträge, Beiträge für die freiwillige Weiterversicherung und den Nachkauf von Versicherungszeiten in der gesetzlichen Pensionsversicherung wird für Zahlungen ab dem Jahr 2017 ein verpflichtender automatischer Datenaustausch zwischen der empfangenden Organisation und der Finanzverwaltung eingeführt.

 

Betroffen sind ausschließlich folgende Sonderausgabenkategorien:

Verpflichtend zu leistende Beiträge an Kirchen und Religionsgesellschaften, Freigebige Zuwendungen insbesondere Spenden an begünstigte Spendenempfänger und Feuerwehren,

Zuwendungen zur Vermögensausstattung einer gemeinnützigen Stiftung sowie

Beiträge für eine freiwillige Weiterversicherung einschließlich des Nachkaufs von Versicherungszeiten in der gesetzlichen Pensionsversicherung und vergleichbare Beiträge an Versorgungs- und Unterstützungseinrichtungen der Kammern der selbständig Erwerbstätigen.

Voraussetzung ist in allen Fällen, dass die empfangende Organisation eine feste örtliche Einrichtung im Inland hat.

 

Will der zahlende Steuerpflichtige die Spenden absetzen, so hat er folgende Daten der Spendenorganisation zu übermitteln:

Der Zahler, der Sonderausgaben absetzen möchte, muss seinen Vor- und Zunamen sowie sein Geburtsdatum bekannt geben, damit der Zahlungsempfänger auf Grundlage des für den Zahler ermittelten verschlüsselten Personenkennzeichens die Übermittlung vornehmen kann.

Es ist wichtig, dass diese Daten problemlos ermittelt werden können. D.h. die Identifikationsdaten (Vor- und Zuname sowie Geburtsdatum) korrekt bekannt gegeben werden und insbesondere, dass die Schreibweise des Namens mit jener im Meldezettel übereinstimmt.

Die Spendenorganisation muss auf Grundlage des verschlüsselten Personenkennzeichens, das auf Grundlage des Namens und des Geburtsdatums für den Zahler ermittelt wird, der Finanzverwaltung bis Ende Februar des Folgejahres (erstmals somit im Februar 2018) im Wege von FinanzOnline den Gesamtbetrag der im betreffenden Kalenderjahr geleisteten Beträge übermitteln.

 

Durch einen Datenaustausch mit Hilfe dieses verschlüsselten Kennzeichens ist ausschließlich für das Finanzamt eine Zuordnung zu einer Person möglich, nicht jedoch eine Verknüpfung mit anderen Daten oder ein Zugriff durch andere Personen, Behörden oder Einrichtungen (z. B. Sozialversicherung). Damit wird höchster Schutz der persönlichen Daten gewährleistet.

Die Datenbekanntgabe bewirkt, dass sämtliche (weiteren) Zahlungen übermittelt werden, solange keine Untersagung der Datenübermittlung erfolgt. 

 

Möchte der Steuerpflichtige keine Datenübermittlung und damit die automatische Berücksichtigung in der Veranlagung, ist er nicht gehindert, Zahlungen zu leisten; in diesem Fall ist allerdings die steuerliche Berücksichtigung als Sonderausgabe grundsätzlich ausgeschlossen. Der Steuerpflichtige verzichtet damit auf die steuerliche Berücksichtigung, was ihm bisher auch frei gestanden ist. Es ist daher auch nicht vorgesehen, die Sonderausgaben selbst über die Steuererklärung in der Veranlagung geltend zu machen.

 

Die von den jeweiligen Empfängern bei der Finanzverwaltung eingelangten Übermittlungen werden in FinanzOnline nur für den betreffenden Steuerpflichtigen einsehbar sein. Damit besteht die Möglichkeit, sich schon vor Abgabe der Steuererklärung zu informieren, ob eine korrekte Datenübermittlung erfolgt ist. Auch im Steuerbescheid erfolgt die Bekanntgabe der konkreten Organisationen und die Bekanntgabe, der von ihnen übermittelten und berücksichtigten Beträge. Zur Entlastung der Organisationen entfällt die Verpflichtung, für private Spenden auf Verlangen eine Spendenbestätigung auszustellen.

 

Abschließend kann gesagt werden, dass mit der automatischen Datenübermittlung es im Allgemeinen zu Erleichterungen für die Spender kommen wird. Der Spender braucht sich nicht mehr darum zu kümmern, ob die Organisation als Spendenorganisation bei der Finanz erfasst ist. Des Weiteren braucht der Spender die Zahlungsbelege unter dem Jahr nicht zu sammeln und auch nicht sieben Jahre lang aufzubewahren. Bezüglich der Datensicherheit wurde ein höchst mögliches System der diese garantiert gewählt. Eine Verknüpfung der Daten mit dem Spender sollte nicht gegeben sein. Der Spender braucht sich keine Sorgen darüber zu machen, dass er zum „gläsernen Spender“ wird.