Pamela Rendi Wagner, neue Gesundheits- und Frauenministerin

 

Die 46-Jährige, bis dato Sektionschefin im Gesundheitsministerium ist der kürzlich verstorbenen Ministerin Sabine Oberhauser nachgefolgt. 

In der ORF-"Zeit im Bild" bezeichnete BK Christian Kern Rendi-Wagner als bekannte und hervorragend qualifizierte Expertin im Gesundheitsbereich. Sie kenne aber auch Sorgen und Nöte der Frauen in der Arbeitswelt und Gesellschaft. Die Ärztin sei "eine Frau, die eine beachtliche Berufskarriere gemacht hat, mit beiden Beinen im Leben steht".

 

Pamela Rendi-Wagner studierte an der Medizinischen Universität Wien Allgemeinmedizin, sie promovierte 1996. Daraufhin absolvierte sie eine Facharztausbildung in London, zwei Jahre später kehrte sie nach Wien an die Universität zurück, wo sie sich 2008 mit dem Thema „Prävention durch Impfungen“ habilitierte. 2011 übernahm die heute 46-Jährige die Leitung der Sektion III „Öffentliche Gesundheit und medizinische Angelegenheiten“ im Bundesministerium für Gesundheit.

 

Zur Person: Ärztin und Wissenschafterin

Mit Pamela Rendi-Wagner wird eine anerkannte Expertin das Gesundheits- und Frauenressort über-nehmen. Die 46-Jährige bisherige Sektionschefin im Gesundheitsministerium und Generaldirektorin für die öffentliche Gesundheit ist so wie ihre verstorbene Vorgängerin Sabine Oberhauser Ärztin. Zudem hat sie sich als Wissenschafterin einen ausgezeichneten Ruf erworben.

Dr. Joy Pamela Rendi-Wagner hat schon eine steile wissenschaftliche Karriere hinter sich. Nach der Promotion an der Medizinischen Universität Wien 1996 machte sie ihre Facharztausbildung in Lon-don. Sie ist Expertin für Impf-Prävention, Reisemedizin und Infektionsepidemiologie und arbeitete über zehn Jahre wissenschaftlich am Institut für Tropenmedizin der Medizinischen Uni Wien. Dort etablierte sie als Projektleiterin unter anderem ein Netzwerk zur flächendeckenden epidemiologischen Überwachung wichtiger Infektionskrankheiten - und lieferte mehrere Studien, die zur wissenschaftlichen Grundlage für impfpolitische Entscheidungen wurden. Dass das empfohlene Intervall für die Zeckenschutzimpfung von drei auf fünf Jahre hinaufgesetzt wurde, ist eines der Ergebnisse von Rendi-Wagners ImpfForschungen. 2008 habilitierte sie zum Thema Prävention durch Impfschutz.

 

Gastprofessorin in Tel Aviv

Danach verbrachte die Mutter von zwei aufgeweckten Mädchen, wie Rendi-Wagner ihre beiden Töchter selbst bezeichnet, einige Jahre in Israel, wo sie als Gastprofessorin an der Universität Tel Aviv wirkte. Ihr Mann Michael Rendi war österreichischer Botschafter in Israel. Nach der Berufung seiner Frau ins Gesundheitsministerium nach Wien kehrte auch Michael Rendi nach Österreich zurück. Ihr Mann ist seit dem Vorjahr als Kabinettschef von SPÖ-Kulturminister Thomas Drozda im Bundeskanzleramt tätig. Rendi-Wagner selbst ist Mitglied im Bund sozialdemokratischer Akademiker (BSA). Bei den SPÖ-Frauen ist sie allerdings im Gegensatz zu Oberhauser nicht verankert, ebenso wenig im ÖGB.

 

Generaldirektorin für die öffentliche Gesundheit

Der damalige Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) holte Rendi-Wagner mit 1. März 2011 als Leiterin der Sektion III für den Öffentlichen Gesundheitsdienst und medizinische Angelegenheiten sowie als Generaldirektorin für die öffentliche Gesundheit in sein Ressort. In dieser Funktion wurde sie der Öffentlichkeit bald als Krisenmanagerin bekannt. Eloquent und fachlich kompetent trat sie im Fernsehen auf, um die Bevölkerung etwa nach dem Atomunfall im japanischen Fukushima, bei gehäuften Auftreten von Virusinfektionen oder als Verfechterin des nationalen Impfplanes zu informieren und auch zu beruhigen.

Komplizierte Zusammenhänge stellte sie dabei einfach und auf den Punkt gebracht dar. Einer Panikmache vorzubeugen war dabei ihr Ziel. Von der „Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich“ der Wirtschafts-kammer wurde sie im November 2015 zur Gesundheitsmanagerin des Monats gewählt.

 

Politikübergreifende Zusammenarbeit

Federführend war Rendi-Wagner als Sektionschefin bei der Erarbeitung der Rahmen-Gesundheitsziele. Als Erfolg wertet sie, dass es ihr dabei gelungen sei, mit ihrem Team die politikübergreifende Zusammenarbeit im Bereich Gesundheit erfolgreich in Österreich zu etablieren. Für ihre Arbeit nennt sie „den Teamgeist aller Mitarbeiter“ als einen zentralen Faktor, um positive Ergebnisse zu erzielen. Im Gesundheitsminis-terium sieht sie das koordinierte und abgestimmte Vorgehen aller Systempartner (Bund, Länder, Sozialversicherung) als eine spannende Herausforderung. Das Ministerium ist ihrer Auffassung nach oft „Brückenbauer, Mediator und Advokat zwischen den unterschiedlichen Partnern“.