Gefahrenzonen der Gemeinde Miesenbach

                Der Gefahrenzonenplan

des Forsttechnischen Dienstes f√ľr Wildbach- und Lawinenverbauung

 

Wie entsteht ein Gefahrenzonenplan?ūüėí

 

DiplomingenieurInnen der Wildbach- und Lawinenverbauung erheben und bewerten alle naturr√§umlichen Daten. Sie nehmen Einsicht in Chroniken und alte Aufzeichnungen √ľber Katastrophen und beauftragen ExpertInnen, wie GeologInnen oder BodenmechanikerInnen mit Detailuntersuchungen und koordinieren diese SpezialistInnen. Sie begehen alle Einzugsgebiete

und machen sich vor Ort ein genaues Bild √ľber die Gel√§ndeverh√§ltnisse und √ľber Gefahrenherde. Weiters befragen sie Betroffene und Ortskundige √ľber beobachtete und √ľberlieferte Ereignisse. Spuren in der Natur, sogenannte "Stumme Zeugen", geben Auskunft √ľber den Ablauf und das

Ausma√ü fr√ľherer Ereignisse.

Die Abgrenzung der Gefahrenzonen erfolgt anhand folgender, vorgegebener Kriterien: H√∂he m√∂glicher Murablagerungen, Tiefe des Abtrages, Dynamik des abflie√üenden Wassers, Druckbelastung durch Lawinen. Die Kriterien werden laufend gepr√ľft und bei Bedarf angepasst.

Der Gefahrenzonenplan bezieht sich nicht nur auf ein Einzelereignis, sondern stellt die Summe aller möglichen Ereignisse und damit die Summe aller möglichen Gefährdungen des Siedlungsraumes und von Verkehrsflächen dar.

 

Was ist ein Gefahrenzonenplan?
Der Gefahrenzonenplan (GZP) ist ein fl√§chenhaftes Gutachten √ľber die Gef√§hrdung durch Wildb√§che, Lawinen und Erosion. Er ist die Basis f√ľr die Planung der Schutzma√ünahmen und f√ľr die Absch√§tzung deren Dringlichkeit. Er unterst√ľtzt die Baubeh√∂rde, die √∂rtliche und √ľber√∂rtliche Raumplanung und

dient dem Sicherheitswesen.

Was sind die rechtlichen Rahmenbedingungen?

Anlass f√ľr die Entwicklung der Gefahrenzonenpl√§ne waren die Hochw√§sser der Jahre 1965/66 in K√§rnten und Osttirol. Sie zeigten, welche Sch√§den Naturkatastrophen dem Lebensraum und der Wirtschaft zuf√ľgen k√∂nnen. Eine Wiederholung derartiger Sch√§den sollte verhindert werden.

Die rechtliche Grundlage des Gefahrenzonenplanes findet sich im Forstgesetz von 1975. Detaillierte Bestimmungen dazu legte der Bundesminister f√ľr Land- und Forstwirtschaft 1976 in einer Verordnung √ľber die Gefahrenzonenpl√§ne fest

 

Welche Zonen und Bereiche werden dargestellt?

In der Roten Gefahrenzone ist die Gefährdung durch Wildbäche und Lawinen so groß, dass eine ständige Besiedlung nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich ist.

In der¬†Gelben Gefahrenzone¬†ist die st√§ndige Ben√ľtzung f√ľr Siedlungs- und Verkehrszwecke beeintr√§chtigt. Eine Bebauung ist hier nur eingeschr√§nkt und unter Einhaltung von Auflagen m√∂glich.

Blaue Vorbehaltsbereiche sind f√ľr technische oder biologische Schutzma√ünahmen freizuhalten oder bed√ľrfen einer besonderen Art der Bewirtschaftung.

Mit Braunen Hinweisbereichen wird auf andere als durch Wildbäche und Lawinen hervorgerufene Naturgefahren hingewiesen.

Violette¬†Hinweisbereiche kennzeichnen jene Fl√§chen, deren gegenw√§rtiger Zustand erhalten werden muss, weil sie bereits einen nat√ľrlichen Schutz bieten.

 

Wer genehmigt den Gefahrenzonenplan?

Die ExpertInnen der Wildbach- und Lawinenverbauung erstellen einen Entwurf des Gefahrenzonen-planes. Dieser liegt √ľber vier Wochen √∂ffentlich im jeweiligen Gemeindeamt auf.

Betroffene B√ľrgerInnen k√∂nnen dazu schriftlich Stellung nehmen. Anschlie√üend √ľberpr√ľft eine Kommission den Entwurf unter Ber√ľcksichtigung der Stellungnahmen. Die Genehmigung

erfolgt durch den Bundesminister f√ľr Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft.

Wo liegt der Gefahrenzonenplan auf?

 bei der Landesregierung

 bei der Bezirksverwaltungsbehörde

 in der Gemeinde

 in der Gebietsbauleitung der Wildbach- und Lawinenverbauung

Wie lange gilt ein Gefahrenzonenplan?

Die Gefahrenzonen werden angepasst, wenn sich die Verhältnisse in einem Einzugsgebiet ändern, wenn Katastrophenereignisse neue Erkenntnisse liefern oder nach Schutzmaßnahmen.

 

Beratung und Ausk√ľnfte

Ausk√ľnfte und Beratung √ľber den Gefahrenzonenplan erteilen die Dienststellen des Forsttechnischen Dienstes f√ľr Wildbach-und Lawinenverbauung.

Bundesministerium f√ľr Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft,

Abteilung IV 5, Wildbach- und Lawinenverbauung

Tel.: +43 1/71 100 - 7335; www.lebensministerium.at/forst

Die Wildbach- und Lawinenverbauuung

Sektionen:

Wien, Niederösterreich u. Burgenland . .   43 1/53 39 147 -      0

Oberösterreich . . . . . . . . . . . . . . . . . . .          43 732/77 13 48 -    0

Salzburg . . . . . . . . . . . . . .                               43 662/87 81 53 -    0

Steiermark . . . . . . . . . . . . . . . .                       43 316/42 58 17 -     0

Kärnten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .             43 4242/3025 -       0

Tirol . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                      43 512/58 42 00 -    0

Vorarlberg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .           43 5574/74 995 -      0